Was steckt eigentlich genau hinter den allgemein publizierten Tipps/ goldenen Regeln rund um das Bewerbungsgespräch? Steckt dahinter deutsche Gründlichkeit? Warum bestimmen Standardregeln so viel bei Personalentscheidungen mit, von denen Wachstum und Erfolg im Unternehmen abhängen? Übertreibt es manch Personaler mit Bürokratie? Und welche Vorteile bieten Gepflogenheiten um und im Gespräch sowohl Bewerbern als auch Verantwortlichen?

Hier einige Aspekte und Hintergründe zu immer wieder aufgezählten Bewerbungsregeln und ein Blick hinter die Kulissen.

Der richtige Dresscode

Das Bewerbungsgespräch naht und Sie stehen ratlos vor dem Kleiderschrank? Dann sehen Sie sich die Profitipps der Farb- und Stilberaterin Renate Sperber auf unserem Blog "MINT Institut" an.

Einfache Tipps, die vieles bewirken können.

Für einen sicheren und erfolgreichen Auftritt im Bewerbungsgespräch bedarf es nicht so viel, wie viele denken. Mit diesen einfachen Tipps, meistern Sie bestimmt jedes Interview:

 

Warum sich die Zusammenarbeit mit einer Personalberatung lohnt

Lassen Sie sich helfen und finden Sie Ihren Traumjob mit einem Personalberater. Lesen Sie hier warum es lohnt.

Pünktlichkeit ist nicht nur eine Tugend…

Unpünktlichkeit wird nicht nur schlicht als unhöflich empfunden. Der oder die gegenüber hat den Eindruck, dass der Bewerber die Zeit, die sich alle Gesprächspartner nehmen, nicht zu schätzen weiß. Oder, dass derjenige zu verzettelt ist, um verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Immer bedenken: meist nehmen sich mehrere Personen für ein Bewerbungsgespräch Zeit, die teilweise auch extra zum betreffenden Standort reisen. Auch warten Anschlusstermine auf Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Co., Kunden warten ebenfalls ungern. Mit einem Zuspätkommen verrinnt wertvolle Zeit, die dazu genutzt werden könnte, sich selbst ausführlich vorzustellen und Projekte wie Unternehmen eingehend kennen zu lernen. Sollte dennoch etwas bei der Anreise schief gehen, ist ein Anruf im Grunde die einzige Chance, das Ganze noch zu retten.

Mit der Tür ins Haus fallen

Besser: den oder diejenige gegenüber mit der Gesprächsführung starten lassen. Wer gut zuhört, macht grundsätzlich IMMER einen guten Eindruck – und kann sich bei Folgefragen logisch und richtig positionieren. Gut zuhören und präzise antworten hinterlässt einen wachen und interessierten Eindruck. Gute Zuhörer sind ja bekanntlich nicht nur beliebte Bewerber, sondern auch geschätzte Freunde. Sortierte und reflektierte Antworten sind die Basis dafür, sein Gegenüber zu begeistern. Und im späteren Gesprächsverlauf stärker das Heft in die Hand zu nehmen, sich in das rechte Licht zu rücken und sich mit guten Fragen gezielt die Informationen abzuholen, die man braucht oder um die Gehaltsfrage am Ende des Gesprächs bereits viel versprechend zu klären bzw. dafür einen nächsten Termin zu vereinbaren. Ob und wie das Gehaltsthema zur Sprache kommt hängt dabei jeweils von der Situation ab. In der Praxis bewährt es sich, wenn diese Frage von Unternehmensseite angesprochen wird. Sollte das Thema doch vergessen werden, sollten Bewerber hier jedoch auf jeden Fall freundlich nachfragen - alleine schon, um die Reaktion zu beobachten und vielleicht die eigenen Chancen ein wenig einschätzen zu können.

Man trifft sich bekanntlich zweimal im Leben

Jedes Gespräch will gut vorbereitet sein. Und Gespräche sollten nur wahrgenommen werden, wenn tatsächlich vom Grundsatz her Interesse besteht. Sich auf dem Markt gut umzuschauen, bevor man sich für ein neues Unternehmen entscheidet, ist selbstverständlich. Ständig die „Nase in den Wind zu halten“, ohne wechseln zu wollen, bringt wenig konkreten Mehrwert und hinterlässt einen zweifelhaften Eindruck. Bei zukünftigen Arbeitgebern kann so leicht das Gefühl entstehen, dass der Arbeitnehmer bei der ersten sich bietenden Möglichkeit zum nächsten Unternehmen zieht und Know-how mit zur Konkurrenz nimmt. Wer sich nicht binden will, sollte über eine Veränderung hin zur Freiberuflichkeit nachdenken. Nicht selten trifft man Gesprächspartner, vor denen man sich vielleicht nachlässig und/oder ohne echten Bewerbungswillen präsentiert hat, zu einem anderen Zeitpunkt bei einem anderen Unternehmen wieder – wenn man z.B. wirklich dringend einen neuen Job sucht. Genau aus diesem Grund behält man besser immer Contenance - egal, wie das Gespräch ausgeht und sowohl während als auch nach dem Gespräch. Das Pokerface ist auch bei inkorrekten Fragestellungen die einzig richtige Wahl, zusammen mit der kurzen Antwort, dass hoffentlich Verständnis besteht, wenn man auf diese Frage nicht antworten möchte. Oder noch besser: versucht die Frage zu umgehen und auf einen anderen Schauplatz umzulenken (Beispiel: Frage: "Planen Sie ein Kind zu bekommen?" Antwort: "Da kann ich wenig dazu sagen. Die Frage, wo man sich in 10 Jahren sieht, ist immer sehr schwierig, das ist ja eine sehr lange Zeit - sagen Sie, wie sieht es eigentlich in Ihrem Unternehmen mit Aufstiegsmöglichkeiten in der Zukunft aus?"). Souverän ein Angebot ablehnen, weil ein Jobangebot nicht seriös oder die Firmenkultur nicht als passend empfunden wird, ist immer eine komfortable Situation, eine zweite Chance für einen sympathischen Einduck erhält man in der Regel nicht.

Wann das Pokerface Chancen auf den Job verbaut 

Wann man vom Pokerface besser Abstand nimmt? Wenn man wirklich begeistert ist vom Job, den Aufgaben und der Firma. Das geht einher mit der oft gelesenen Empfehlung, authentisch zu bleiben. Was steckt genau dahinter? Der Wunsch der Entscheidungsträger, denjenigen oder diejenige im Bewerbungsgespräch wirklich kennen zu lernen. Nicht nur fachlich, sondern natürlich auch persönlich. Entscheidungen gegen Bewerber fallen wesentlich öfter als vermutet aus persönlichen Gründen - was nachvollziehbar ist, wenn man an die Stimmung im Team, die Führungsqualitäten bei einem zukünftigen Abteilungsleiter oder das Auftreten und die Außenwirkung beim Kunden denkt. Sprich: Begeisterung und Neugier soll man zeigen. Das ist nicht nur höflich, sondern drückt auch den Willen aus, wirklich gerne und engagiert im Unternehmen mitzuarbeiten. Hier gewinnt man mit einem Pokerface nichts - außer dem Umstand, dass Entscheidungsträger verunsichert sind, ob der Kandidat den Job auch wirklich will und im Zweifel eventuell kein Angebot nach dem Gespräch aussprechen, obwohl fachlich einfach alles stimmt. Hier gilt es sich an die passende Balance zwischen Business und authentisch mit zunehmendem Gesprächsverlauf anzunähern.

Weitere Bewerbungstipps finden Sie in unserem MINT Institut, sowie weitere Neuigkeiten zur MINT Branche.